26.5.15

Sehens-und Staunenswertes - Meine Familie ist aktiv dabei


Vielen Dank an euch alle, die ihr zum Erfolg des Projektes beigetragen hat. 
Über 10.000 Euro, mehr als erwartet, kamen durch unsere Spenden zusammen.
Vielleicht treffen wir uns bei einer der Aufführungen! Auf  nach Bad Düben!!! :-)

17.5.15

Maitag

Flieder im eigenen Garten








   


Maitag

Wenn der Wind schwingt in den Bäumen

lau von Fliederduft durchdrungen
den die Amsellieder säumen
fühle ich mich ungezwungen
heiter selig und entbunden
von den Schatten mancher Jahre
grün berankt und blau umwunden

Lebenszeit du wandelbare
in den Farben und den Klängen
die beladen oder weiten 
in der Auf und Ab sich mengen
und im Wechsel uns begleiten 

Wieder Frühling -
Neues Sehen

lässt mich bleiben.
Oder gehen.
 .

8.5.15

Am Brunnen

Brunnen in Lüttich, Foto: Uta Lösken












Am Brunnen 

Und mitten in der Stadt ein Rinnen
aus tausend Tropfen, die sich binnen
Augenblicken fallen lassen,
einzeln oder sich umfassend,
um in das Becken einzutauchen
das sie zum Weiterleben brauchen.
Welch Plätschern, Glucksen, Tröpfeln, Rauschen,
ich bleibe stehen, dem zu lauschen.
 Ruhe füllt mich und Verstehen -
Um anzukommen, muss man gehen.

.

21.4.15

An der Schwelle


Foto: Internet










An der Schwelle

Es stoppt der Schritt, verzögert sich
für einen Augenblick in das
Hinein, Hinaus, beschuht, fürbass -
sucht seinen Weg. Auch innerlich

beginnt, schließt ab, verbindet, trennt
die Menschenseele, was sie drängt
und hinterfragt, noch eingezwängt,
das Alte, das sie traut benennt.

Doch längst mit Zweifeln übersät,
und Lust auf einen Neubeginn
tritt sie auf die Verwalterin
des VorZurück. Entscheidet. Geht.


Hörversion gesprochen von Evelyn Weissenbach, Weiden am See: 

http://lyriclove.podspot.de/post/elke-kaminsky-an-der-schwelle/ 
.

14.4.15

Bitte der alten Mutter


Foto: Internet

Bitte der alten Mutter

Ich spüre, dass sich Wörter neigen,
vielleicht zum Schlaf, mag sein, zum fernen Mond.
Wohin auch immer. Silben schweigen;
von fremder Stille werde ich bewohnt.

Doch längst verblasste Bilder zweigen
sich mir als Baum, in dem mein Lachen thront
beim Tanzen alter Kinderreigen.
Hier klingt mein Leben wieder traut vertont.

Die Lieder, welche sie gebaren -
Magst du sie für mich in dir wahren?

20.12.13

Weihnachtswunsch 2013

 
Auf Usedom

Weihnachtswunsch 

Was ich zu Weihnachten wünsche?
Nichts was man kaufen kann. 

Ankünfte den Reisenden 
Balance den Unausgeglichenen 
Charakterstärke den Schwankenden 
Dankbarkeit den Unzufriedenen 
Erinnerung den Verdrängenden 
Freunde den Einsamen 

Großzügigkeit den Gierigen 
Hoffnung und Perspektive den 
Jungen wie den Alten 
Kraft den Schwachen 
Lachen den Unglücklichen 
Musik den Lärmenden 

Nähe den Fremden 
Offene Herzen den Verschlossenen 
Präsenz den Unscheinbaren 
Quellen den Durstigen 
Räume den Beengten 
Stille denen, die sie suchen 

Trost den Traurigen 
Utopien den Phantasielosen 
Vertrauen den Unsicheren 
Wärme den Frierenden 
Zuversicht den Mutlosen

Sollte dies zu viel sein worum ich bitte,
oder zu lückenhaft (wie das Alphabet),
gibt es eine Sache, die ich gerne sehen würde:
Ein Licht zur halben Nacht in allen Fenstern.

Auf Usedom

12.11.13

Sommers Abschied










Sommers Abschied

Jener milchige Dunst.
Schleier verhüllen die Stadt.
Fahl ist der Tag.
Sogar Graugänserufe
verblassen im Irgendwo.
Das Jahr ist müde.

November.

Nur die Blätter im Zaun
trotzen dem bleiernen Grau,
herbstrot gebeizt.
Und sie – fern jeder Wehmut –
entthronen mit ihrer Glut
den letzten Sommer.


26.10.13

Früher Herbstmorgen.











Früher Herbstmorgen

Beim Wind heut Nacht  
hat sich der Baum
vorm Haus entlaubt.
Sein Gold auf
regennassen Wegen
scheint mir durch
fahles Grau entgegen,
als sei vom Herbst nur
dieser Farbenhauch erlaubt,

der sich verwob
mit einem Rest
von Sommergrün
im weichen Lichte
der Laternen. Und
unter den Oktobersternen
wächst aus den Blättern
meinem Schritt
ein Baldachin. 

Er dämmt
den Morgenlärm
der Stadt und duftet warm
nach Früchten, Wald
und Vogelzügen
Zu  Dunklem will
sich Helles fügen -
der Tag ummantelt mich 
und reicht mir seinen Arm.

10.10.13

In der Erinnerung

Im Polenztal (Sächsische Schweiz)











In der Erinnerung

Wolkenlose Blaubeersommer.
Frohes Lachen nah beim Bach,
der zum Strom wird in der Mitte
für das Kieferrindenschiff.

Wälder füllen sich mit Zauber,
Sonnenpunkte überall.
Äste formen Fabelwesen
zwischen hellem Sandgestein.

Schritte werden leicht beim Singen.
Mutters Stimme scherzt im Lied
und beim Aufstieg zu den Felsen,
wo der Wind in Birken raunt.

Über Täler fliegt das Echo,
über Wurzeln hüpft der Fuß.
Unbeschwerte Julitage -
Kindheitswege voller Licht.

Aufstieg zum Gamrig










24.9.13

Die Bank im Garten













Die Bank

Im Garten
Meine Fliehburg

Umwallt von Grün
Beschirmt mich
Kiefernduft
Kopfabwärts

(Wie der Kleiber
Zwischen den Furchen
Warmbrauner Rinde)

Baumaufwärts
Weben Lichtfäden
Sonnennester
In Astwinkel

Hinterm Zaun
Klopft ein Specht


13.9.13

Altstadtabend in Istrien











Altstadtabend in Istrien


Ein Hauch Italien überm Kopfsteinpflaster.
Aus einer Kirche bahnt sich Weihrauchdunst
den Weg durch Gassen voller Farbenkunst.
Der Mond erstrahlt wie gelber Alabaster.

Mit ihren Ziegeln formen Dächer Raster,
bezeugen Möwen freundlich ihre Gunst
zu landen dort, wo eine Feuerbrunst
einst wütete um Tore und Pilaster.

Auf Stufen liegt ein Rest von Sommerschwüle,
darüber füllt ein leichter Wind die Luft.
Er taucht die Stadt in blauen Meeresduft.

Und zwischen Fenstern steigt die Abendkühle,
von irgendwo erklingt ein Liebeslied.
Das ist die Zeit, in der das Glück geschieht.