22.4.17

Wie ihr meine Gedichte lesen sollt


Foto: Internet









Wie ihr meine Gedichte 
lesen sollt

Naiv vielleicht

ohne die Scheu 
sie nicht verstehen 
zu können 
wegen zu langer Sätze 
fremder Worte 
oder unverständlicher 
Umschreibungen 
  
Mit Freundlichkeit
 
gelöst dem Klang 
der Silben folgend 
wenn Verse 
Bilder erwachen lassen 
vielgestaltig 
auch im Formenwechselspiel 
stets wandelbar
 
Dem Leben gleich

 

1.4.17

Aprilgedanken











Aprilgedanken 

Es blüht die Magnolie.
Aprilfrisches Gras
dehnt sich mit seinen Spitzen
zum greinenden Himmel.
Der schickt ohne Maß
Regen. Nur in den Ritzen,
die plötzlich sich öffnen
im wolkigen Blei,
flackert ein blaues Strahlen.

Beglückend und schmerzhaft
zugleich. Zweierlei,
Hoffnung und Zweifel, schalen
den Tag ein mit Schatten
und mainahem Licht.
Spiegelbild meiner Jahre.
Sie taumeln zuweilen
im Ungleichgewicht –
wohl, dass ich mich selbst erfahre.

28.2.17

Erleichterung





  





Erleichterung

Manche Winter schicken uns
bevor sie endgültig gehen
des Nachts
einen letzten Sturm

graupeln aus Wolkenwänden
als wollten sie
die Wiesen
versalzen mit grobem Korn

wie es einst
die Römer taten
mit den Feldern um Karthago
sie fruchtlos zu machen

Vergeblich: Am Morgen
verliert sich der Blick
erlöst
im vertraut treibenden Grün

6.2.17

Begründung für ein Gedicht











Begründung für ein Gedicht
am Ende eines schweren Tages 

Es bleibt nur der Abend für ein Gedicht.
Ist es still, können Worte in mir gleiten, 
ganz leicht, wie die Segel im Dämmerlicht 
zwischen Jetzt, Später und Vergangenheiten. 

Ich schürfe nach ihnen, suche nach Gold. 
Nicht wie einst, fern im Westen mit den Rinnen 
aus Holz, doch mit Reimen, Versen. 
Gewollt und ersehnt.
Schreibend will ich sie gewinnen.

Warum? Sie zu zähmen in ihrem Drang, 
diesem Tag sich verdunkelt preiszugeben 
als Schmerz und Strapaze, als Niedergang. 
Dass ihr Klang wieder Hoffnung trägt ins Leben. 

20.1.17

Am Denkmal



Quelle: Internet











Am Denkmal
  
Mitten in der Stadt 
Namenlose 
Stelen aus Stein 
Schlagen an ihre Ufer
Als Wellen
Aus Sterben und Leid

Erinnerung
Reitet auf ihnen
Und die Schande 
Derer vor uns  
Strömt darüber 
Auch dieser Tage
Da ewig Gestrige
Sie fluten wollen 
Mit Vergessen 

„Shalom“
Ruft mein Enkel
und tobt fröhlich
lachend umher
zwischen dem Grau - 
Ich winke