20.7.17

Mittagsglut












Mittagsglut
 
Draußen.
 
Die Hitze dampft 
über den Dächern 
an diesem Tag 

Lerchen steigen
spreugebadet
aus hustenden Furchen
dicht vor dem Wald  

Drinnen. 

Sonnenlichttropfen 
sickern sacht 
zwischen Baumwipfel

Von Farn umwebt 
sind die Schritte
Kühle erdet mich
und die Seele rastet 

Dankbar.

5.5.17

Sizilianische Abendvillanelle












Sizilianische Abendvillanelle

Die Ginstersträuche an den Hängen brennen 
Aus frischem Grün steigt Duft von Apfelsinen 
Wenn Glockenklänge Tag und Nacht zertrennen 
  
Im weichen Zwielicht ist uns als zerrännen
Tumult und Hast im Gold der Wilddlupinen 
Die Ginstersträuche an den Hängen brennen
  
Am Abend lernen wir die Stille kennen
in Tälern deren Menschen rastlos schienen 
Wenn Glockenklänge Tag und Nacht zertrennen 
  
Vertraute Lieder hoch vom Turm benennen
was Halt verspricht uns ebenso wie ihnen  
Die Ginstersträuche an den Hängen brennen
  
In dieser blauen Stunde stockt das Rennen
um alle Dinge die der Fülle dienen 
Wenn Glockenklänge Tag und Nacht zertrennen 
  
Dass wir uns nunmehr auf uns selbst besännen
erfüllt von Leichtigkeit gleich Sonatinen 
Die Ginstersträuche an den Hängen brennen
Wenn Glockenklänge Tag und Nacht zertrennen

Zum Hören: Villanelle von Dukas 
.

27.4.17

Sizilien











Sizilien

Einer Mulde gleich
öffnet der Berghang
seine schützende Hand

und ihm verbunden
schmiegen sich
sonnengebleichte Dächer
in seine Furchen

zu hüten das Lachen
unter ihren Giebeln
wie Schäfer ihre Herden


Zm Hören: Instrumental 
 -

22.4.17

Wie ihr meine Gedichte lesen sollt



Foto: Internet








Wie ihr meine Gedichte
lesen sollt

Naiv vielleicht

ohne die Scheu
sie nicht verstehen
zu können
wegen zu langer Sätze
fremder Worte
oder unverständlicher
Umschreibungen

Mit Freundlichkeit

gelöst dem Klang
der Silben folgend
wenn Verse
Bilder erwachen lassen
mannigfaltig
und vom Formenwechselspiel 
sichtbar geprägt

Dem Leben gleich

 

1.4.17

Aprilgedanken











Aprilgedanken 

Es blüht die Magnolie.
Aprilfrisches Gras
dehnt sich mit seinen Spitzen
zum greinenden Himmel.
Der schickt ohne Maß
Regen. Nur in den Ritzen,
die plötzlich sich öffnen
im wolkigen Blei,
flackert ein blaues Strahlen.

Beglückend und schmerzhaft
zugleich. Zweierlei,
Hoffnung und Zweifel, schalen
den Tag ein mit Schatten
und mainahem Licht.
Spiegelbild meiner Jahre.
Sie taumeln zuweilen
im Ungleichgewicht –
wohl, dass ich mich selbst erfahre.

28.2.17

Erleichterung





  





Erleichterung

Manche Winter schicken uns
bevor sie endgültig gehen
des Nachts
einen letzten Sturm

graupeln aus Wolkenwänden
als wollten sie
die Wiesen
versalzen mit grobem Korn

wie es einst
die Römer taten
mit den Feldern um Karthago
sie fruchtlos zu machen

Vergeblich: Am Morgen
verliert sich der Blick
erlöst
im vertraut treibenden Grün