30.9.24

Ich schrieb dir vom Septemberwind

 












Ich schrieb dir vom Septemberwind,

 

von Blättern, die sich in ihm wiegen;

den Rufen, die berührend sind,

wenn Kraniche mich überfliegen.


Vom herbstdurchwebten Farbenspiel

und Gelbholz, das die Äste breitet,

dem seichten Regen, der heut fiel.

Von Ruhe, die sich in mir weitet.


Es ging um Nebel überm See,

den Duft der Kiefern, dicht an dicht,

taufrisches Gras, durch das ich fürbass geh.

Von meiner Sehnsucht 

schrieb ich … nicht.

 


 


26.9.24

Schnell ziehen Wolken durch den trüben Tag

 












Schnell ziehen Wolken durch den trüben Tag.

Es bebt der See. Das Röhricht wimmert,

wenn Winde fauchen. Und mit einem Schlag

ergraut das Wasser, bis es nicht mehr schimmert.

 

Vom andern Ufer tönt des Reihers Schrei.

Ein Blätterteppich legt sich auf die Stege,

vom Nass beträuft. Der Sommer zieht vorbei. 

Geruch von Moder füllt die feuchten Wege. 


Die Hängebirke beugt ihr lichtes Dach.

Es regnet. Alles scheint weltabgeschieden.

Erst abends werden wieder Farben wach.

Das Himmelsrot versöhnt.

In mich fällt Frieden.

 


 

1.7.24

IN Memoriam Norbert

 

 

In memoriam Norbert

Vor inzwischen schon 13 Jahren wurde Norbert von seinem Leiden erlöst und ist letztlich ganz ruhig eingeschlafen.

Norbert war mit mir, meiner Familie und meinen Freunden für mehr als 3 Jahre sehr eng verbunden. Als Mensch, der immer wieder auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und nach sich selbst war, öffnete er sich für ihn Unbekanntes mit vorfreudiger Neugier. Er setzte, so ihm dies noch möglich war, seine Gedanken und Gefühle in selbst komponierte Musik um. Er träumte wieder, vor allem von einer neuen eigenen CD.

Als der aggressive Krebs begann, den Körper zu durchdringen, reichte seine Kraft nicht mehr aus, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn er der Krankheit im wachsenden Begreifen der Endlichkeit des irdischen Lebens begegnete, tat er dies ohne wehleidiges Klagen. Norbert nahm über viele Monate hinweg die unzähligen anstrengenden Behandlungen mit ihren zunehmenden Belastungen und Beschwerden hoffnungsvoll und geduldig auf sich. Seine Liebe zum Leben, zur Musik und unsere tiefe Zuneigung halfen ihm, das mit der Krankheit verbundene unberechenbare Auf und Ab zu ertragen.

Mit Norberts Namen verbindet sich im Umgang mit anderen Menschen das Zuhörenkönnen und Ermutigen sowie Berührenwollen. Ein Freund schrieb einst, nachdem er ihn mit seiner Gitarre erlebt hatte, er sei: „... ein Mann, der mit seinem Instrument verschmilzt, mit einer reinen, fast naiven Freude am Spielen, bei dem ich empfunden habe, was Glück ist ..."

Danke, Norbert!