8.12.15

Modrige Tage










Modrige Tage

Der Schoß ist fruchtbar
immer noch und immer wieder,
aus dem es kroch und kriecht.
Aus dem es mir zuwider
nach Fäulnis und Verwesung riecht.

Zu schrill die Töne,
unerträglich die Tiraden,
von Hass erfüllt. Es ist
die Zeit uns schwer beladen.
Verbittert, hemmungslos im Zwist.

Laut dröhnt der Kriegsgeist,
grölt und zündelt unverhohlen,
die Stimme kreischt vor Wut.
Ein Dämon, dieses Johlen!
Nachts wird mir schwer ums Herz zumut.

Das Jahr klingt friedlos
aus in Worten und in Taten,
entblößt sein Angesicht
uns, die wir es bejahten
mit Hoffnung und mit Zuversicht.

Doch steigt ein Stern, weicht
Unbehagen dem Erkennen:
Es braucht das Widerwort,
das deutliche Benennen -
Die Welt lebt nur im Frieden fort.


Kommentare:

Michael Hermann hat gesagt…

Was für ein starker Text!!!
Liebe Grüße,
Michael Hermann

Elke K.-K. hat gesagt…

Lieber Michael, deine Anerkennung freut mich ehrlichen Herzens. Ich denke schon, dass es in dieser Zeit wichtig ist, sich zu positionieren. Gut, dass es gelungen scheint.

Michael Hermann hat gesagt…

Liebe Elke,
manchmal denkt man, man ist so machtlos um irgendwie auf die Geschehnisse in unserer Welt Einfluß nehmen zu können. ... macht es überhaupt noch Sinn!?
Aber wenn wir nichts sehen, nichts sagen, nichts tun, müssen wir uns eines Tages selbst den Vorwurf machen, alles für unsere Kinder versaut zu haben.
... und ja - Deine Positionierung ist Dir sehr gelungen!!!
In eigener Sache: - ich würde gerne bei mir https://kunstlyrikhermann.wordpress.com/ einen Link zu Deinem Blog setzen. Ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn ich das darf.
Mit lieben Grüßen,
Michael

Elke K.-K. hat gesagt…

Lieber M., ich würde mich freuen, mit Elsa, Evelyn, Silbia und alle den anderen vertrauten Menschen in einer Reihe stehen zu dürfen. Danke, für dein Angebot. Und ich war so mutig, dich gleich bei mir zu verlinken... ;-) Herzlich, E.

Michael Hermann hat gesagt…

Herzlichen Dank, Elke!
Und ich freue mich auch sehr, dass mein Link bei Dir steht!
Herzlich,
Michael

Michael Hermann hat gesagt…

Hallo, liebe Elke! Irgendwie klingt dieses Gedicht mir doch sehr nach - ich muss es immer wieder lesen.
Ich würde es gerne auch auf mein Blog laden - wenn ich dürfte.?
Es muss ja nicht gleich dem Akt folgen - aber so Dienstag oder Mittwoch?.
Mit lieben Samstagabendgrüßen,
Michael

Elke K.-K. hat gesagt…

Ganz vielen Dank für diese Anerkennung, lieber Michael. Ja, gerne.

Dir einen vorfreudigen 4. Advent wünscht E.

silberperlen/bmh hat gesagt…

Liebe Elke,
das Leid benennen und das Unbehangen - Dein Text ist stark. Er schmerzt, wie die momentane Zeit.
Und doch,
gibt es Menschen, die unbeirrbar in sich den Frieden (er)halten, trotz aller der Dunkelheit in dieser Zeit. Ich nenne sie mutig.

Herzliche Grüße
von Barbara

Elke K.-K. hat gesagt…

Liebe Barbara,

ja, die Zeit schmerzt. Danke für deine Worte zu diesem Gedicht und vor allem für die Zuversicht, die sie ausstrahlen. Manchmal will sie mir ob der aktuellen Geschehnisse in der Welt verloren gehen.

Sei herzlich gegrüßt von E.