20.12.10

Fensterblick

Fensterblick

Dezembernacht. Es kapselt sich das Jahr
in lautloses Dunkel. Den Mond umhüllt
Erinnerung. Sie treibt in mir: Einst war
von glühendem Purpur die Zeit erfüllt.

An kaltem Glas sprosst Silberfarn zuhauf
und Reifgerten ranken im Sternenlicht.
Mit Atemluft gewebt strebt Gras hinauf
in gleißendem Frostweiß. Sprießt dicht an dicht.

Die Fensterwiese knospet ohne Ton,
ist dennoch ein Speicher von Sommerklang:
Beim Blick hinaus blüht in mir roter Mohn -
Aus Eisblumen steigt warmer Wortgesang.

.

4 Kommentare:

ahora hat gesagt…

Sie heißen ja auch Eis-blumen. er es versteht, kann bei ihrem Anblick schon vom Sommer träumen.

Liebe Grüße
Barbara

syntaxia hat gesagt…

Wunderbare Worte!
Sie sind immer und immer wieder zu lesen, liebe Elke.

..grüßt dich Monika herzlich

Elke K. hat gesagt…

Liebe Barbara, liebe Monika, lieber Curt, lieber Helmut, lieber Jorge und all ihr anderen treuen Blog-Leser: Möge das neue Jahr für euch oft voller Lachen und Blumen sein...

Ich freue mich schon auf eure neuen Gedichte auf eurem Blog und auf die Kommentare hier.

Herzlich, E.

Helmut Maier hat gesagt…

Auf den Wortgesang!!!